IG Fischerei

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Geschichte

Entstehungsgeschichte der IG DNF

Wie in der ganzen Schweiz leiden auch die Fischer-Vereine im Kanton Zürich unter sinkenden Mitgliederzahlen, einer starken Überalterung und fehlendem Jungfischernachwuchs.   

Bis im Jahre 2004 war es den Jungfischern/innen im Kanton Zürich erst ab 18 Jahren erlaubt, alleine an einem Pachtgewässer zu fischen. Es standen ihnen nur die Gewässer mit Freiangelrecht zur freien Verfügung (Zürich-Greifen- Pfäffiker- und Türlersee). An den Patentseen (Zürich-Greifen- und Pfäffikersee) konnten sie bereits ab 10 Jahren ein Patent erwerben.

Die bis anhin durchgeführten Jungfischerkurse zeigen schon lange, dass das gewünschte Ausbildungsniveau in 2-3 Tagen niemals erreicht werden kann. Diese Kurse in allen Ehren, sie stellen letztlich aber nur eine Gewissensberuhigung dar, nach dem Motto: Man hat ja was für die Jungen getan.

In den Jahren 2000 – 2004 entstanden in verschieden Vereinen und einer Pachtgesellschaft  im Kanton Zürich geleitete Jugendgruppen (insgesamt vier Gruppen mit rund 100 Jugendlichen zwischen 8 und 18 jährig), welche es sich zum Ziel gesetzt haben, den Jungfischern/innen von Grund auf die Fischerei zu vermitteln, nach den Grundsätzen des Ethikkodexes. Natürlich ist damit auch die Hoffnung verbunden, langfristig das Überleben der Vereine zu sichern.

Sicherlich darf an dieser Stelle auch der grosse Wert dieser Jugendarbeit, welche gratis und franco geleistet wird, erwähnt werden. Wir empfinden jede Stunde, in der es uns gelingt, die Jungen in die Natur zu locken und weg von den Bildschirmen als Gewinn für sie selbst und für die Gesellschaft. Ab dem Jahre 2005 begannen die geleiteten Jugendgruppen ihre Erfahrungen gegenseitig auszutauschen, das heisst man entwarf einheitliche Ausbildungsunterlagen und führte gemeinsame Anlässe durch. Der Gedankenaustausch war für alle Jugendgruppenleiter sehr hilfreich und die georteten Probleme waren überall die selben.

Ein wichtiger Kritikpunkt stellte immer wieder der fehlende Zugang an die Pachtgewässer dar. Mit nur 7.8% Jungfischern/innen (234 Jungfischer /innen auf 2964 Erwachsene, Zahlen von 2006)) an den Pachtgewässern im Kanton Zürich wird auch deutlich, dass hier dringend Handlungsbedarf besteht. Aber auch die grosse Abnahme der Petrijünger an den Patentseen ist mehr als nur alarmierend.

Erst auf grossen Druck der Presse und einer Petition der Jungfischer im Jahre 2004 (angeführt vom Fischer-Verein Thalwil) welche von 4500 Personen unterzeichnet wurde, lenkte der Regierungsrat ein und setzte das Mindestalter zum alleinigen Fischen für Jungfischer auf 10 Jahre herab. Nun war die gesetzliche Möglichkeit wohl geschaffen, aber die Pächter klemmten nach wie vor und wollen bis heute einfach (fast) keine Jungfischer aufnehmen bzw. Jungfischerkarten abgeben. Anmerkung: Sie, die Jungfischer/innen könnten ja noch einen Fisch fangen (Futterneid).

Ebenfalls im Jahr 2005 setzte der Verband (FKZ) eine Arbeitsgruppe ein, welche Vorschläge zur Änderung der Fischereiverordnung und der Kriterien zur  Pachtvergabe erarbeiteten. Unter der Führung von Rolf Schatz konnte die Arbeitsgruppe an der DV 2006 des FKZ die Änderungsanträge den Delegierten zur Abstimmung vorlegen. Mit über 80 % Ja-Anteil wurden diese angenommen und anschliessend an die Fischerei- und Jagdverwaltung eingereicht. Wichtiger Punkt bei den Änderungen: Besserstellung von Vereinen und Pachtgesellschaften bei der Pachtvergabe, welche sich der Jungfischerförderung annehmen.

Es war immer klar, dass von der Pächterseite her noch Gegenwehr aus dem Verband kommen würde. Die Art und Weise, wie sie dann an der DV des FKZ vom 2007 kam, war unterste Schublade, angeführt vom “Ehrenpräsidenten“ des Verbandes, Martin Peter (ebenfalls Vizepräsident im SFV). Nach der Abwahl von Rolf Schatz trat der gesamte Verbandsvorstand aus Protest zurück.

Die folgenden Monate machten deutlich, dass der neu gewählte Vorstand im FKZ (fast alle fischen an Pachtgewässern) kein Interesse hat an einer Änderung des Status Quo in Bezug auf die Pachtvergaben, und dies trotz  klarem Beschluss der Verbandsdelegierten an der DV 2006.

In der Folge traten fünf Fischervereine aus dem Kanton Zürich aus dem Verband aus und gründeten am Dienstag, 13. Mai 2008, die IG “Dä Neu Fischer“ Interessensgemeinschaft für eine nachhaltige Fischerei.

Vordringlichstes Ziel ist die Reform des Pachtvergabesystems im Kanton Zürich und weiteren Pachtkantonen. Die IG DNF bezweckt, ausgebildeten Fischern den fairen Zugang zu den Gewässern zu ermöglichen. Hierzu zählen wir ausdrücklich auch die Jungfischer. Bei der Versteigerung der Fischereireviere sollen Vereine und Pachtgesellschaften, die sich für die Nachwuchsförderung einsetzen, bevorzugt werden. Dazu braucht es gesetzliche Anpassungen. Aber auch in einigen Patentkantonen ist dass Einstiegsalter für Jungfischer (z.B. Kt. GR = 14J, Kt. SZ = 16J.) zum alleinigen Fischen noch zu hoch.

Weiter will die IG DNF gemäss ihren Statuten die Zusammenarbeit mit anderen Natur- und Umweltschutzvereinen intensivieren und die Ausbildung der Fischer fördern.  Ziel ist eine ganzheitliche Betrachtung, Hege und Pflege der Gewässersysteme und deren Besatz mit einheimischen Fisch-, Krebs- und Muschelarten. Hierzu zählen explizit auch die Kleinfischarten.

Die IG DNF will so schnell wie möglich wachsen und wird in den kommenden Monaten den Kontakt  mit allen Fischervereinen in der Schweiz suchen. Als überregionale Organisation steht die IG DNF allen Fischern offen. Im Gegensatz zu bestehenden Verbänden sind auch Einzelmitglieder willkommen und haben Stimmrecht.

Zu den Gründungsmitgliedern der IG DNF gehören die Fischervereine Maur, Meilen, Swisscarp (Effretikon), Thalwil und Züri-Unterland mit insgesamt 480 Mitgliedern.

Vorstand IG DNF