IG Fischerei

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2. IG DNF Jungfischertag vom 10. Juli 2010

Dieses Jahr stand Ausbildung im Vordergrund des Jungfischertages, Thema war aus den neuerstellten Unterlagen “Lebensgemeinschaft Wasser“ die Krebse. Wie erkennt man eine einheimische oder ausländische Krebsart? Wie zählt man korrekt?
Um 17 Uhr begrüsste im Schützenhaus Thalwil Rolf Schatz die insgesamt 52 Teilnehmer aus den Vereinen Zürich-Unterland, Fischerverein Meilen und Thalwil und Jungfischergruppe Kormoran. Nach der Bekanntgabe des Programms stieg er gleich in den 1. Teil ein, nämlich mit den Nutzungskonflikten im Zusammenhang mit dem Wasser.
Ohne sauberes Wasser keine Leben heisst der Grundsatz! In der heutigen Zeit ist es aber um dieses Wasser zum Teil sehr schlecht bestellt. Nutzungskonflikte sind angesagt, die Stromlobby benutzt vielfach den letzten Tropfen Wasser und den Lebewesen im und am Wasser wird so die Lebensgrundlage entzogen. Dies obwohl das Schweizer Stimmvolk vor über 20 Jahren einem Gesetz zugestimmt hatte, in dem die benötigten Restwassermengen festgelegt wurden. Die Produktion mit Wasser wird von den Herstellern als „grüner Strom“ bezeichnet. Sunk oder Schwall, je nachdem ob die Elektrizität benötigt wird, lassen weitere Lebewesen zu Opfern werden. Aber auch die intensive Nutzung des Bodens für die Landwirtschaft hinterlässt seine negativen Folgen. Damit wieder genügend Nährstoff für das Pflanzenwachstum vorhanden ist, wird hektoliterweise Gülle ausgebracht und diese läuft teilweise wieder in die Gewässer und erhöht den Nitratgehalt, sodass für die Lebewesen wieder zu wenig Sauerstoff vorhanden ist. Auch die Bekämpfung von Parasiten hinterlässt ihre Spuren, indem vielerorts Pestizide selbst in den Fischen nachgewiesen werden können. Dies alles nur damit man möglichst viel Profit aus der Natur schlagen kann. Denken wir daran, dass die Natur selber zurückschlägt, wenn wir ihr nicht mehr Sorge tragen nach dem Motto: Wenn das Leben im Wasser stirbt, dann stirbt zuletzt auch der Mensch!

Nach dieser ernsthaften Einführung war eine Pause angesagt, um dann auf das 2. Hauptthema einzugehen, die Krebse. Der FV Thalwil unterhält bereits eine eigene Steinkrebszucht. Krebse sind ein sehr wichtiger Faktor bei der Bestimmung unserer Wasserqualität. Dort wo im Normalfall Krebse noch leben können, stimmt meistens auch das Ökosystem.Wir unterscheiden zwischen einheimischen und ausländischen Krebsen. Durch die Einführung von ausländischen Exemplaren (Galizier-, Kamber-, Signal- und roter Amerikanischer Sumpfkrebs) wurde unwissentlich auch die Krebspest auf die einheimischen Arten übertragen und da sie nicht resistent sind, wie die ausländischen Arten, sind sie darum vom Aussterben bedroht.
Rolf Schatz hatte je ein Exemplar eines Edelkrebses und eines Steinkrebses dabei und konnte so allen Anwesenden die verschiedenen typischen Merkmale der einzelnen Arten vor Ort erklären. Er räumte auch mit dem Vorurteil auf, der in gewissen Fischerkreisen immer noch herrscht, dass der Krebs Laich frisst, denn das schöne Tier mit den beiden Zangen ist normalerweise Vegetarier. Manchmal packt er einen verletzten Fisch, isst aber kein Aas. Dafür aber stellen ihm die Raubfische selber nach, Barsch und Hecht verschmähen die kleinen Krebschen nicht! Rolf stellte auch den Raster vor, wie man die entsprechenden Krebsarten sicher identifizieren kann, wenn man dann in seinem Gebiet am Bach oder Teich auf Krebssuche geht.

Fleissige Helfer hatten in der Zwischenzeit auf dem Grill die Spare-Ribs gut durchgebraten und so konnten alle gemeinsam zum Nachtessen starten. Dabei wurde viel gefachsimpelt und die beiden Gruppen, die bereits Einsätze für die Krebssuche machten, konnten ihre Erfahrungen weitergeben.
Eigentlich wäre geplant gewesen, dass wir alle in der näheren Umgebung uns auf die Krebssuche machen würden. Petrus hatte aber etwas dagegen. Nach anfänglichem Blitz mit Donner öffneten sich die Himmelsschleusen und so ein heftiger Regenfall hat die Region Zürich schon lange nicht mehr gesehen. Es blieb den Anwesenden nichts anderes übrig, als den Heimweg gut und genügend ausgebildet anzutreten, um das Projekt Krebskartierung Kt. ZH mit eigener Hilfe zu unterstützen.

Ein ganz herzlicher Dank geht an Rolf Schatz für die wie immer super gebotene Ausbildung und allen Helfern im Hintergrund, die in irgendeiner Art zum guten Gelingen des Anlasses beigetragen haben.

Hanspeter Lüthi, Jugendgruppe Kormoran